Wer baut meinen Shop (weiter)?
In letzter Zeit ist viel darüber geredet und geschrieben worden, welche Funktionen aktuelle OpenSource-Shopsysteme beinhalten und wie diese programmiertechnisch aufgebaut sind. Ein Umstand scheint dabei jedoch etwas ins Hintertreffen geraten zu sein, nämlich die eigentliche Implementierung des jeweiligen Systems sowie die Erstellung von Themes und individuellen Erweiterungen. Denn eine wichtige Frage, die sich aktive oder angehende Shopbetreiber stellen, ist in vielen Fällen: “Wer baut meinen Shop?”
Quo vadis xtc?
Man stelle sich einmal vor, wie sich die zig xt:Commerce-Betreiber dort draußen im Netz fühlen. Wahrscheinlich haben viele davon es geschafft, mithilfe eines oder mehrerer (und mehr oder weniger) kompetenten Dienstleister einen funktionsfähigen xt:Commerce-Shop an den Start zu bringen. An den zuweilen rüden Umgangston im offiziellen Supportforum hatte man sich gewöhnt und sich durch Modulzukäufe und individuelle Programmierungen sogar über einige Zusatzfunktionalitäten freuen können. Die Tatsache, dass dafür in den meisten Fällen an den Systemdateien herumgewerkelt werden musste und die automatische Updatefähigkeit damit de facto verlorenging, wurde dabei stillschweigend in Kauf genommen.
Enter Veyton: mit der neuen Version ist die Firma xt:Commerce GmbH in die Offensive gegangen, um all die Kritiker Lügen zu strafen, die in der Vergangenheit negativ über die Kommunikationspolitik der Firma und die Qualität der Software berichtet hatten, und sich mit einem komplett neu erstellten Shopsystem auf dem härter umkämpften eCommerce-Markt zu behaupten. Schon jetzt ist abzusehen, dass dieser Versuch phänomenal gefloppt ist (darüber hatte ich vor einiger Zeit auch schon etwas geschrieben): Bis heute ist mir kein einziger Shop bekannt, der Veyton produktiv einsetzt. Auch eine Demoversion, die man sich online ansehen könnte, um die neuen Funktionalitäten zu testen, ist nicht verfügbar. Erhellend sind in diesem Zusammenhang auch die Diskussionen im Ecombase-Forum, in denen unter anderem über Installationsprobleme und sehr schleppende Ladezeiten des Systems berichtet wird.
So ist es nur verständlich, wenn Nutzer der Version xtc 3.04 dem neuen System gegenüber skeptisch sind. Auf Ewigkeit kann es sich aber auch kein Shopinhaber leisten, sein Online-Geschäft mithilfe einer Software zu betreiben, die in Teilen Programmcode enthält, der gut acht Jahre alt ist. Wer würde in den neuen Golf Kardanwellen des Modell T einbauen und damit in Winterurlaub fahren?
xt:Commerce Veyton 4.0
Pünktlich vor dem verlängerten Wochenende und innerhalb der selbst gesetzten 30-Tage-Frist hat das Entwicklerteam von xt:Commerce die lang erwartete Enterprise-Version seiner Software gestern abend offiziell veröffentlicht. Unter dem Namen “Veyton” verbirgt sich laut Herstellerangaben ein völlig neu entwickeltes Softwareprodukt, ich hatte vor einiger Zeit schon darüber geschrieben. xt:Commerce 4.0 gibt es in den Ausführungen Basic, Starter, Merchant und Ultimate und kostet ab 179 EUR in der kleinsten Version.
Zu dieser frühen Morgenstunde (ich kann selbst nicht ganz nachvollziehen, warum ich an diesem Feiertag schon so früh am Rechner sitze) fallen mir dazu mehrere Dinge ein. Erstens: Das Rennen mit osCommerce bezüglich Herausgabe einer neue Version ist damit gewonnen, und laut Roadmap von osCommerce braucht diese alte Damen auch noch einige Zeit, um auf den Servern dieser Welt produktiv laufen zu können. Zweitens: xt:Commerce bleibt sich und seiner Kommunikationsstrategie (leider) treu, die Kommentare zur Veröffentlichungs-Mitteilung im offiziellen Blog sind geschlossen – Diskussion scheinbar unerwünscht. Drittens: Wenn man schon eine neue Software vor einem verlängerten Wochenende herausgibt, sodass Interessenten sich viel Zeit nehmen können, eine Demoversion ausgiebig zu testen (wenn das die Strategie war, war das gar nicht ungeschickt), wieso muss man sich vor dem Test registrieren und die Software selbst installieren? Eine Onlinedemo wäre hier allemal geschickter gewesen. So verschenkt xt:Commerce leider von Anfang an viel Marketing-Potential. Viertens: Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler bei der Erstellung des Programmcodes mehr Sorgfalt an den Tag gelegt haben als beim Verfassen der Feature-Liste - hier wimmelt es leider von Fehlern. Das ist wahrlich kein gutes Aushängeschild für ein Unternehmen, das offenbar einen strategischen Richtungswechsel anstrebt und nun in den Markt für kommerzielle eCommerce-Software einsteigen möchte.
xt:Commerce-Enterprise
Soeben wurde diese Meldung im xt:Commerce-Blog veröffentlicht: Innerhalb der nächsten 30 Tage wird die lang erwartetet Enterprise-Version von xt:Commerce offziell verfügbar sein. Nach eigenen Angaben ist man nach zweijähriger Entwicklungsphase und ausgedehnten Betatests größerer Agenturen restlos von der neuen Software begeistert. Doch nicht nur das System selbst wurde von Grund auf neu programmiert, auch die Lizenzierung und der Support werden völlig neu geregelt. Einige Neuerungen:
- xt:Commerce-Enterprise wird nicht mehr unter der GPL veröffentlicht sondern unter einer eigenen EULA.
- Die Lizenzgebühren liegen im kleinsten Paket bei ca. € 180,00 und steigen bis auf knapp € 1000,00 für die umfangreichste Version.
- Offizieller Support wird nur noch über Ticket-System oder Telefon geleistet und verursacht zusätzliche Kosten; ein Supportforum in der jetzigen Form wird es nicht mehr geben.
- Zwar gibt es Update-Möglichkeiten von bisherigen xt:C-Versionen, aufgrund der neuen Programmstruktur müssen aber Templates komplett neu erstellt bzw. angepasst werden
Keyword-Recherche: Google Insights for Search
Google wird scheinbar nicht müde, neue Tools zu veröffentlichen. Nachdem sich Webmaster und Search-Marketer vor einiger Zeit über erweiterte Funktionen der Google Trends freuen durften, legt der Suchriese aus Mountain View noch einen Zahn zu und veröffentlicht den Service Google Insights for Search. Für einen oder mehrere Suchbegriffe können nun die entsprechenden Suchvolumina seit dem Jahr 2004 miteinander verglichen und auf bestimmte Länder und Regionen beschränkt werden. Außerdem kann man sich Ergebnisse aus verschiedenen Kategorien ansehen und verknüpfte Suchen wie Top celebrities in New York (last 30 days) ausführen. Zu der jeweiligen Suche werden die relevantesten alternativen Keywords zum Suchbegriff dargestellt und unter “rising searches” diejenigen Suchbegriffe dargestellt, zu denen es in der letzten Zeit einen überdurchschnittlich hohen Anstieg in den Suchen gab. Die Zahlen neben den farbigen Balken geben den Prozentwert des Suchvolumens in Bezug auf das maximale Suchvolumen eines Suchbegriffs der kombinierten Suche an.
Ich habe mich vorhin ein wenig mit dem System beschäftigt und mir einmal angesehen, wie die Shopsysteme osCommerce, xt:Commerce (hier habe ich die Varianten “xtcommerce” und “xt commerce” geprüft) und Magento sich in diesem Jahr bereits geschlagen haben. Zuerst die Beschränkung auf Deutschland:
Hier erkennt man, dass Anfang August das Suchvolumen für “Magento” zum ersten Mal größer war als das für “xtcommerce”. Fairerweise muss aber dazu gesagt werden, dass wesentlich öfter nach “xt commerce” gesucht wird und diese Suche Anfang August sogar einen Sprung nach oben gemacht hat.
Auf die USA projeziert sieht das etwas anders aus:
Hier spielen – wie erwartet – die Suchen für xt:Commerce nur eine marginale Rolle, die Statistik wird vom internationalen Platzhirschen osCommerce beherrscht. Interessant ist hier, dass der Graph für Magento seit dem Jahresbeginn kontinuierlich steigt und es nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint, bis er den von osCommerce zum ersten Mal schneidet.
Via SEOBook
Kostenlose xt:Commerce-Templates
Auch auf die Gefahr hin, dass wir in Zukunft noch mehr Shops sehen werden, die einander bis ins Detail gleichen: Auf I3Internet stehen 19 kostenlose xt:Commerce-Templates als Dowload zur Verfügung.
Via Lopsta
xt:Commerce Beta-Test
Ab sofort sucht man bei xt:Commerce 50 Beta-Tester für die neue xt:Commerce Enterprise-Edition. Die Features der neuen Version sind laut xt:Commerce eine eigene API und eine komplett modular aufgebaute Programmstruktur.
Weiterleitung bei nur einem Produkt
Bei gunnart. kann man nachlesen, wie man xt:Commerce so modifiziert, dass Kunden automatisch auf die Produktdetailseite geleitet werden, wenn es in einer Kategorie nur ein Produkt gibt.
Google-Analytics in xt:Commerce
In gewohnter Ausführlichkeit beschreibt gunnart., wie sich der neue Google-Analytics-Code in eine vorhandene Version von xt:Commerce integrieren lässt. Dazu beschreibt er beispielsweise, wie man das von Google gelieferte Javascript-Häppchen so modifiziert, dass keine Fehlermeldungen mehr auftreten (sic!) und wie man die Trackingdatei ins eigene Shop-Template einbaut, um nicht die Systemdateien verändern zu müssen.
Fehler im Kreditkartenmodul
Laut einer heutigen Heise-Meldung gibt es eine Sicherheitslücke in den ipayment-Modulen von xt:Commerce und osCommerce. Diese Lücke führt dazu, dass dem Shop erfolgreiche Kreditkartenzahlungen vorgegaukelt werden können. Einen Patch für xt:Commerce und osCommerce kann man bereits herunterladen.




