Wegen Sofortüberweisung abgemahnt
Wie neulich bei shopanbieter.de zu lesen war, ist ein Onlineshop, der das Bezahlverfahren Sofortüberweisung angeboten hatte, von der Verbraucherzentrale Berlin abgemahnt worden. Bei diesem Verfahren gibt der Benutzer zur Bezahlung seine PIN und TAN in eine Eingabemaske des Betreibers Payment Network AG ein – eine Praxis, die im Kern gegen die AGB der Banken verstößt und laut Begründung der Verbraucherzentrale zu einer nachteiligen Haftungsverteilung für den Verbraucher im Falle eines Missbrauchs führe.
Zufall oder nicht, heute morgen veröffentlichte die Network Payment AG eine umfangreiche Pressemitteilung, in der unter anderem auf die stetig wachsende Zahl von Online-Anbietern (ca. 4000 im Moment) und die monatlichen Umsatzsteigerungen von 30% verwiesen wird.
Dies und das
Neuer Monat, neue Woche, die perfekte Gelegenheit, mal wieder etwas zu schreiben. Furchtbar viel tut sich meines Erachtens zurzeit nicht im Bereich eCommerce. Bei Magento haben jetzt offiziell die Übersetzungsarbeiten für die Sprachen der internationalen Foren begonnen; auf BasicThinking findet sich eine Meldung zum neuen Bezahlsystem RevolutionMoney; die Entwickler von xt:Commerce leiten wegen einer in ihren Augen gerade stattfindenden Rufmordkampagne rechtliche Schritte ein.
ePayment-Forum in Düsseldorf
Wenn man die meiste Zeit in seinem Büro sitzt und den Monitor anstarrt ist es mal eine feine Abwechslung, echte Leute aus dem Bereich eCommerce zu treffen, mit ihnen zu sprechen und ihnen zuzuhören. So habe ich mich am letzten Dienstag spontan entschlossen, die knapp 180 Euro zu investieren und mich für das ePayment-Forum in Düsseldorf anzumelden. Wie es der Name schon vermuten lässt ging es bei allen Vorträgen um die Frage, wie Kunden in Onlineshops bezahlen und wie auf der anderen Seite die Händler an ihr Geld kommen können. Wer jetzt meint, das sei aber ein trockenes Thema für einen ganzen Tag, dem sei gesagt … stimmt!
Die Veranstaltung war vor allem eine elaborierte Werbeplattform für Payment-Anbieter. Ob nun T-Pay (Manfred Schömer), Geldkarte (Volker Koppe) oder LUUPAY (Andreas Schulz), alle Vortragenden priesen die Vorzüge der jeweiligen Systeme. Der Tenor war allerdings, dass es das perfekte System für das eCommerce von morgen noch nicht gibt. Bei T-Pay ist der Haken meiner Meinung nach die Tatsache, dass ein Kunde, der bestimmte Zahlweisen nutzen möchte, vorher Kunde bei der Telekom sein muss (das werden ja auch immer weniger). Bei der Geldkarte stellt sich die Frage, wie viele User sich wirklich ein Kartenlesegerät (für zurzeit noch 80 – 90 Euro) kaufen und neben den Rechner stellen. Und im Fall von LUUPAY, der Zahlmethode via Handy frage ich mich, wie man den Leuten massenweise die heiß geliebte und gut gehütete Handynummer entlockt. Mittelfristig werden wir es sicherlich noch länger mit den Payment-Dinosauriern Vorkasse, Nachnahme und Kreditkarte zu tun haben, was auch Georg Wittmann in seiner Ergebnispräsentation der Onlineumfrage zum B2C-eCommerce von ibi research der Universität bestätigte.
Paypal-Modul bei xt:Commerce
Auf dem offziellen xt:Commerce-Blog findet sich eine Vorschau eines neuen Moduls, das für die neuen Versionen 3.0.4 Sp2.1 und 3.1 Multistore Edition geben soll. Außerdem soll es auch für ältere Versionen zur Verfügung stehen. Die Rede ist von einem neuen PayPal-Modul, mit dem sich zum einen Paypal-Transaktionen besser verwalten lassen, und mit dem es möglich wird, das vor Kurzem eingeführte PayPalExpress als Zahlmethode in seinem Shop zu verwenden. Hierbei wird für eine Bestellung auf Rechnungsdaten zurückgegriffen, die bei PayPal zu diesem Zweck gespeichert sind. Der Kunde gibt während einer Bestellung nur noch seine PayPal-Emailadresse und sein Passwort an, daraufhin fragt XTC die Rechungsdaten von Paypal ab und erstellt damit automatisch ein Kundenkonto.
Wie immer bei solchen Entwicklungen gibt es ein lachendes und ein weinendes Auge. Der Vorteil für Kunden besteht sicherlich darin, seine Adressdaten nicht mehr bei x-beliebigen Onlineshops hinterlegen, sondern dies nur einmal zentral bei PayPal tun zu müssen – der Bestellprozess geht damit flotter und bequemer von der Hand. Auf der anderen Seite erhöht sich jedoch das Risiko, dass man sich wegen der Zentralisierung der Daten noch ein Stückchen abhängiger von PayPal (und damit nicht zuletzt auch von der Mutter Ebay) macht. Und: Verliert man sein Master-Passwort oder es kommt zum Diebstahl von Kundendaten bei PayPal (jüngst bei Monster.com geschehen), haben Bösewichte gleich Zugriff auf mehrere Shops.
Kleinkredit mit Paypal
Vor einigen Tagen hat PayPal in einer Pressemitteilung seinen neuen Service PayPal Later vorgestellt. Mit diesem Service, den es zunächst nur in den USA geben soll, erhalten Shopbetreiber die Möglichkeit, Kunden Ratenzahlungen anzubieten. Diese “jetzt kaufen später bezahlen”-Variante soll vor allem auf kleinere Warenkörbe von $50 – $1500 zugeschnitten sein. Mehr dazu bei Shop-und-Service.
Paypal wird zur Bank
Ab heute ist Paypal offiziell eine Bank und jeder, der dort einen Account hat, hat somit auch ein richtiges Bankkonto. Die Geschäfte werden nun via PayPal (Europe) S.Ã r.l. & Cie, S.C.A. aus Luxemburg geführt und wird vom Regulierer Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) überwacht. Weitere Informationen hält Shop-und-Service bereit.
Paypal: Neue Kaufabwicklung
Paypal präsentiert eine neue Bezahlvariante für Onlineshops: Die PayPal-Express-Kaufabwicklung. Im Gegensatz zum herkömmlichen Ablauf, bei dem der Kunde erst nach komplettem Abschluss der Bestellung – also inklusive Produktauswahl, Eingabe von Rechnungs- und Lieferadresse etc. – auf die PayPal-Seite geleitet wird, beginnt bei der neuen Kaufabwicklung die Kommunikation mit PayPal schon eher. Laut PayPal sind die Schritte nun:
1. Kunde wählt PayPal als Zahlungsmethode aus
2. Weiterleitung des Kunden zu PayPal
3. Kunde bestätigt Liefer- und Rechnungsadresse
4. Rückleitung des Kunden auf Ihre Website
5. Kunde bestätigt die Bestellung und bezahlt auf Ihrer Website
6. Bestellbestätigung auf Ihrer Website
Da Liefer- und Zahlungsadresse zentral bei PayPal gespeichert sind, braucht der Kunde diese also nicht jedes mal bei einem Webshop einzugeben, sondern tut dies zentral bei der Ebay-Tochter. Gesetzt den Fall, dass viele Online-Händler diese Variante integrieren (laut PayPal ist die Integration der Schnittstelle unkompliziert und gut dokumentiert), wird PayPal somit quasi zu einer zentralen Schaltstelle für sein persönliches Online-Shopping.
Interessant in diesem Zusammenhang: Brauchen wir PayPal?
Brauchen wir PayPal?
Die it-Recht-Kanzlei setzt sich in einem aktuellen Beitrag mit der Frage auseinander, ob sich der Einsatz von PayPal lohnt: Brauchen wir PayPal? Über Sinn und Unsinn des Online-Bezahlsystems
Die Autorin schreibt unter anderem, dass spätestens seitdem PayPal für Überweisungen innerhalb von Europa vom Käufer Gebühren verlangt, die Transaktion mittels IBAN/SWIFT mittlerweile günstiger sei. Auch der viel gepriesene Käuferschutz durch PayPal halte bei weiterm nicht das, was er verspricht.
Via shopanbieter.de


