eBay besser als erwartet
Obwohl der Gewinn im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 22% gefallen ist, von 460 auf 357 Millionen US-Dollar, waren die Ergebnisse des Online-Auktionshauses besser als von den Analysten erwartet. Grund dafür seien nach Angaben des Konzerns das Wachstum der Töchter Skype (+ 21%) und Paypal (+11%). Ersterer Dienst ist in die aktuelle Diskussion geraten, weil er innerhalb der nächsten zwei Jahre von eBay als selbstständiges Unternehmen an die Börse gebracht werden soll. (Via Heise, Reuters)
eBay: Angebote ohne Versandkosten
eBay plant, dass Verkäufer, die Ihre Produkte in bestimmten Kategorien anbieten, ab dem 15. Juni diese Produkte versandkostenfrei anbieten müssen. Die neue Regelung gilt für Produkte wie beispielsweise Kleidung, Computer und sonstige Elektronikartikel (hier findet sich eine genaue Auflistung der betroffenen Kategorien). Das Auktionshaus begründet seinen Schritt damit, dass in diesen Bereichen viele Händler ohnehin auf versandkostenfreien Versand setzen und eBay auch weiterhin ein attraktiver Marktplatz sein soll. So blumig das auch daherkommen mag: de facto handelt es sich hier um eine weitere Gängelung der Händler, die nichts anderes tun können, als die Kosten, die ihnen durch den Versand entstehen, auf die Produkte umzulegen. Transparenz sieht meiner Meinung nach anders aus. (via @internet_world)
Neue Versandarten bei eBay
Seit dem 20. Juli gibt es bei eBay neue Versandarten. In einer Übergangsphase bis zum 1. August sind auf der Plattform die alten und neuen Versandarten gleichzeitig möglich, danach gilt dann nur noch die neue Version. Der “unversicherte Versand” wird dann beispielsweise ersetzt durch “Deutsche Post Brief”, der “versicherte Versand” durch “Deutsche Post Bücher-/Warensendung”. Ausführliche Informationen hat eBay auf Einführung von neuen Versandservices zusammengestellt.
Via shop-und-service
eBay Live! 2008
Bei Exciting Commerce findet sich eine Zusammenfassung der eBay Live! 2008-Konferenz. Neben einigen Punkten, die ich an dieser Stelle sicherlich noch einmal aufgreifen werde, ging es auch um den Einsatz von PayPal als Zahlungsoption, über die ich vor einigen Tagen etwas geschrieben hatte.
Paypal-Zwang
Das Auktionshaus eBay bekommt viel Schelte in den letzten Tagen. Spätestens die Tatsache, dass eBay seinen Bezahldienst PayPal immer weiter in den Vordergrund drängt und es nach einem Bericht bei Shopanbieter.de in Australien beispielsweise für Händler neben Barzahlung außer PayPal keine weitere Bezahlmethode geben soll, bringt die Betroffenen auf die Barrikaden. Schon vor einigen Wochen kam es zu Streiks im Zusammenhang mit dem neuen Gebühren- und Bewertungssystem des Auktionshauses. Für viele Powerseller weltweit ist eBay mittlerweile zu einer unverzichtbaren Handelsplattform geworden, zu der es für sie keine Alternative gibt. Die eBay-Gebühren bewegen sich zwar schon für viele an der Schmerzgrenze, dafür besuchen jedoch auch Millionen potentieller Kunden die Plattform täglich; zusätzliche Onlinewerbung erübrigt sich damit.
Ein Anbieter wie eBay, der sich in den letzten Jahren eine derartige Monopolstellung erarbeitet hat, gerät natürlich in das Visier von Wettbewerbshütern. Man erinnere sich beispielsweise an die Prozesse gegen Microsoft wegen der Vermarktung ihres Betriebssystems. In den Jahren 2004 und 2006 wurde die Softwareschmiede aus Redmond von der Europäischen Kommission zu saftigen Strafen verurteilt, weil Microsoft seine Marktmacht ausnutze und Drittanbietern keine Möglichkeit biete, ihre Software an Windows anzubinden. Die spannende Frage ist also im Fall eBay: Soll man mit wettbewerbspolitischen Mitteln versuchen, eBay zu Konditionen zu zwingen, die den Händlern besser schmecken, oder sollten sich diese einfach andere Alternativen suchen, frei nach dem Motto: Mit mir nicht!
Kurzfristig gibt es wenige Alternativen, die Händlern ähnlich hohen wirtschaftlichen Erfolg sichern. Trotzdem ist es sinnvoll, nach anderen Vertriebskanälen Ausschau zu halten, um sich wirtschaftlich nicht zu sehr an einen Anbieter zu binden. Amazon hat beispielsweise in den letzten Monaten konsequent daran gearbeitet, Händlern seine Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Auf dem Amazon Marketplace können Händler neue und gebrauchte Produkte zum Festpreis verkaufen, das Billing erfolgt hierbei über Amazon selbst. Weitaus kleiner, jedoch sicherlich einen Blick wert sind die Portale Yatego und Tradoria, auf denen Händler ebenfalls ihre Produkte einem stetig wachsenden Publikum vorstellen können. “Echte” Online-Auktionshäuser wie hood.de haben zwar ebenfalls nicht die Verbreitung wie eBay, aber auch hier steigt die Zahl der Auktionen und Besucher ständig.
eBay-Händler haben es in der Hand: Sie können weitermachen wie bisher, d.h. sich beklagen, die eBay-Politik tragen und darauf hoffen, dass das Auktionshaus aufgrund von kartellrechtlichen Vorgaben seinen Kurs korrigieren muss, oder sich nach Alternativen umsehen.
Sonderaktionen bei eBay
Seit Neuestem können Shopbetreiber bei eBay ihren Produkten den Status “Sonderaktion” verleihen. Die entsprechenden Angebote werden an diversen Stellen mit einem durchgestrichenen alten Preis markiert. Das Einstellen von Sonderaktionen ist zurzeit noch kostenlos und je nach Abonnements-Stufe (Basis/Top/Premium) in der Anzahl begrenzt. Mehr dazu im eBay-FAQ.
Via shop-und-service
Yatego: Alternative zu eBay?
Im Zuge der letzten Entwicklungen bei eBay (= neue Gebührenstruktur, geändertes Bewertungssystem) stellen sich viele Händler die Frage, ob es zu dieser Plattform keine gescheiten Alternativen gibt. Letzte Woche bin ich auf Yatego aufmerksam geworden und habe mir mal ein paar Minuten Zeit genommen um mir diese Seite etwas genauer anzusehen.
Yatego ist ein Angebot der Yatego GmbH und ist im Wesentlichen eine Kombination von einzelnen Händlershops, in denen Partner Neuwaren anbieten können. Insofern ähnelt das Konzept dem von eBayExpress, das ja vor einiger Zeit seinen Betrieb eingestellt hat. Bei Yatego gibt es einen gemeinsamen Warenkorb, den Käufer mit Produkten aus den unterschiedlichsten Bereichen füllen können. Dies ist technisch und grafisch schnörkellos gelöst und macht das Einkaufen wesentlich leichter und intuitiver als beim Auktionsbranchenriesen aus Übersee.
Zum Testen der Shopfunktionalität kann man sich einen kostenlosen Testzugang einrichten lassen. Nach der kurzen Anmeldeprozedur (kleiner Tipp an die Entwickler: auch bei den wenigen abgefragen Benutzerdaten ist es nicht nett, wenn man alles noch einmal neu eingeben muss falls man doch mal ein Feld übersehen hat) präsentiert sich ein klar strukturierter Adminbereich in, nun ja, trockener Ingenieursoptik.
Hier können Anbieter ihre Kategorien und Produkte anlegen, den Shop konfigurieren und sich die Bestellungen ansehen. Auch gibt es für Händler die Möglichkeit, über Yatego Kredikartenzahlungen zu empfangen und einen Treuhandservice zu nutzen. Darüberhinaus gibt es Anbindungen an Abwicklungssysteme wie afterbuy, AuktionMaster und Dreamrobot, was dem einen oder anderen Powersellen den Umstieg sicherlich schmackhafter machen dürfte. Last but not least ist auch das Preismodell sehr interessant: Laut Website fallen lediglich monatliche Gebühren an (in der kleinsten Variante ca. € 25,00), es gibt also keine Einstellgebühr oder Verkaufsprovisionen.
Laut Yatego sind zurzeit 5700 Shops aktiv, diese bieten zusammen mehr als 2 Millionen Artikel an und werden monatlich von mehr als 7 Millionen Usern besucht. Ein Vergleich mit eBay hat auch aus diesem Grund sicherlich viel Äpfel-mit-Birnen-haftes, immerhin ist eBay schon viele Jahre international aktiv und hat längst ein Quasi-Monopol in diesem Bereich etabliert. Trotzdem scheint der Anfang gemacht, und es wird spannend sein zu beobachten, wohin Käufer und Verkäufer in der nächsten Zeit tendieren werden.
eBay Express schliesst die Tore
Besser ein Ende mit Schrecken: eBays Marktplatz für Neuware, die Plattform eBay Express, wird in Deutschland zum 23. April 2008 eingestellt. Auf einer ausführlichen FAQ-Seite erläutert der Anbieter beispielsweise, was mit Angeboten geschieht, die noch auf eBay Express eingestellt sind und versichert, dass viele Neuerungen, die es bei Express gab, nun auch für die reguläre Plattform zur Verfügung stehen.
Auswirkungen des eBay-Streiks
Laut Mashable sind zur Mitte der Woche 3% weniger Artikel bei eBay eingestellt worden als normal, ingesamt also “nur” 14 Millionen anstatt 14,5 Millionen. Der Rest der Woche wird zeigen, ob die Zahlen sich noch dramatischer entwickeln und ob eBay aufgrund dessen einlenken wird.
Zum ähnlichen Thema hat die Netzzeitung ein Interview mit einer Powersellerin aus Deutschland geführt, in dem es auch um die neuen ebay-”Spielregeln” geht. Interessanterweise erwähnt die Dame ihren geplanten Umzug zu Amazon – ist dies vielleicht symptomatisch?
Ebays neues Bewertungssystem
Bei eBay tut sich was: mit dem Wechsel des Vorstands werden auch das Bewertungssystem und die Gebührenstruktur angepasst. Nach diversen Aufrufen amerikanischer Händler soll in dieser Woche die Auktionsplattform boykottiert und somit verhindert werden, dass die neuen Regeln ab Mai in Kraft treten. Interessanterweise wird dieser Streik nicht von der einflussreichen Professional eBay Sellers Alliance (PeSA) unterstützt, die lieber das offene Gespräch mit der eBay-Führung sucht. Betroffen von den Gebührenänderungen sollen vor allem die kleineren Händler sein, die mittlerweile abhängig von eBay geworden sind und keine Alternative zum weltweiten Online-Trödelmarkt sehen. Leider kenne ich mich mit den Verkaufs- und Bewertungsdetails von eBay nicht so auf, fand aber den unaufgeregten und ausführlichen Artikel eBays neues Bewertungssystem ist viel besser als sein Ruf! auf Shop-und-Service sehr lesenswert.




