eCommerce für Jedermann? (Teil I)
In dieser Reihe soll es um die Frage gehen, ob und wie das Wissen, das wir als technisch und/oder journalistisch aktive eCommerce-Zunft über die verschiedensten Kanäle tagtäglich austauschen, auch bei Otto-Normal-Online-Verkäufer ankommt und von ihm genutzt werden kann. Mit anderen Worten, was machen diejenigen Unternehmer, die nicht unbedingt zu den jungen, Internet-affinen (und möglicherweise Risikokapital-finanzierten) Start-Ups gehören, ihre Produkte jedoch trotzdem online vertreiben möchten? Anhand eines fiktiven Beispiels möchte ich dieser Frage einmal auf den Grund gehen – vielleicht kommt das Folgende dem einem oder der anderen irgendwie bekannt vor.
Darf ich Ihnen vorstellen: Hanns-Werner Beißel. Herr Beißel betreibt ein Musikaliengeschäft und möchte gerne in den Online-Handel einsteigen, weil er gehört hat, dass im Internet die Zukunft liegt und seine Mitbewerber sich in dieser Hinsicht schon mächtig ins Zeug gelegt haben. Aus seinem privaten Umfeld weiß er, dass das Kaufen über das Internet eine praktische Sache ist. Hatte nicht letztens Fredi aus dem Schützenverein seinen Winterurlaub zu einem Schnäppchenpreis online gebucht? Und muss seine Frau nicht immer öfter die Tchibo-Pakete ihrer Nachbarin annehmen, weil deren Yoga-Klassen ausgerechnet dann stattfinden wenn der Paketdienst vor der Tür steht? Sicher, bei der letzten Sendung von WISO wurde mal wieder von einer üblen Abzock-Masche bei eBay berichtet, aber das waren doch sicherlich Einzelfälle. No pain no gain.
Voller Tatendrang ruft er also seinen Freund Achim von “Achims 24h Computerservice A-Z” an, der die beiden PCs im Geschäft am Laufen hält, den Laserdrucker ab und an mit neuem Toner versorgt und mit seinem untrüglichen grafischen Gespür auch die Visitenkarten und Briefbögen von Herrn Beißel gestaltet hat. Achim versichert ihm, dass er ja auch “in Internet mache” und gerade eine Shopsoftware gefunden hat, die nichts kostet und die man flott installieren könne. Gesagt, getan, für kleines Geld schiebt Achim eine Opensource-Shopsoftware auf ein preiswertes Hostingpaket und macht sie über die Domain musikalien-beissel-24.de erreichbar. Er ändert im Quelltext noch einige Hintergrundfarben, fügt das vom ihm gefertige Beißel-Logo ein und erklärt seinem völlig begeisterten Freund die vielfältigen Funktionen des Adminbereichs. Nach einiger Zeit hat Herr Beißel den Dreh heraus und schon kurze Zeit später lassen sich tatsächlich Gitarrensaiten & Co. online bestellen.
(Fortsetzung folgt)
Kommentare
4 Kommentare zu eCommerce für Jedermann? (Teil I)
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Christoph am
03.04.2009 um 17:54
Ja, die gute alte 24.
Besser noch wäre die Domain Domain musikalien-beissel-24-7.de, weil ja auch sieben Tage die Woche
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Dorothea Schäfer am
08.04.2009 um 11:26
Wie wahr, wie wahr.
Komisch, dass der Freund Achim fertig geworden ist. Normalerweise werden solche Shops doch immer nur zu weniger als 80 Prozent fertig gestellt.
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Roman Zenner am
09.04.2009 um 8:27
In diese Richtung wird sich das Ganze noch entwickeln – noch arbeitet ja Achim noch
Bin übrigens für Anregungen dankbar, das Internet-Absurdistan hört ja hinter den Grenzen Aachens nicht auf



auf den zweiten Teil freue ich mich schon