Magento weiter auf Erfolgskurs

01.12.2008 by Roman Zenner
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Nach dem perfekt inszenierten Start der ersten produktiv einsetzbaren Magento-Version 1.0 Ende März ist Variens Verantwortlichen offensichtlich immer noch nicht die Puste ausgegangen: In den letzten Wochen wurden gleich zwei Updates der immer populärer werdenden Software veröffentlicht, die nach Angaben von Varien insgesamt bereits mehr als 525.000 mal heruntergeladen wurde. In den Versionen 1.1.7 und 1.1.8 hat man eine ganze Reihe von Bugs ausgemerzt und die bereits umfangreichen Magento-Funktionen erweitert. Erstere rangieren von der Behebung einfacher Darstellungsfehler in verschiedenen Browsern über die Anpassung des Flash-Bilduploads im Adminbereich hin zu Verbesserungen bei der Berechnung diverser Attributswerte im Shop-Frontend. Im Rahmen verschiedener Funktionserweiterungen hat das Magento-Entwicklerteam beispielsweise eine neue Schnittstelle für die Google Website Optimizer-Plattform integriert, mit deren Hilfe Shopbetreiber nun verschiedene Versionen einzelner Seiten parallel betreiben und so die performantere bestimmen können. Auch die Google-Produktsuche (Google Base) hat nun einen festen Platz im Adminbereich; Webmaster können hier nach Eingabe Ihrer Google-Kontodaten per Mausklick ihre Produkte in die bekannte Produktsuchmaschine importieren, ohne aufwändige Exporte/Importe durchführen oder gar alles händisch eingeben zu müssen. Hierzu gibt es seit dem Wochenende ein deutschsprachiges Video von Rico Neitzel, in dem er die Vorgehensweise dabei erläutert.

Bei aller (zweifellos wichtigen) Entwicklungsarbeit verliert das Team um Roy Rubin jedoch nicht das Marketing und den Aufbau der Community aus den Augen.  So werden immer öfter Projekte vorgestellt, die Magento verwenden und dabei sowohl hinsichtlich Struktur als auch Layout deutlich machen, wie flexibel die Software eigentlich ist. (Sicher, die Ottos und Neckermanns dieser Welt wurden noch nicht als Kunden gewonnen und setzen weiterhin auf kommerzielle Softwarelösungen, aber mit der Ankündigung, dass Jack Wolfskin im Februar 2009 den Relaunch seines neuen Shops auf Magento-Basis realisieren wird, gelangen auch langsam bekanntere Marken und Hersteller auf Variens Referenzenliste). Weiterhin veranstaltet man seit September gut besuchte “Webinars”, bei denen wichtige Marketingfunktionen von Magento ausführlich dargestellt und diskutiert werden, wie beispielsweise Promotions und Multistore-Management.

Bei aller Euphorie, die Varien bei der E-Commerce-Gemeinde zurzeit auslöst, sollte man einige Dinge jedoch nicht aus den Augen verlieren. Obwohl schon oft angesprochen sei hier noch einmal erwähnt, dass es sich bei Magento um eine komplexe Enterprise-Software handelt, die nicht etwa nur ein “besseres” osCommerce oder xt:Commerce ist. Das System basiert auf einem anspruchsvollen Datenbank- und Programmieransatz und wird “Spaghetticodern” nicht gerecht. Außerdem handelt es sich um eine Software, die zunächst für den amerikanischen Markt bzw. die englische Sprache konzipiert ist und erst sukzessive lokalisiert wird. Dies wird vor allem dann deutlich, wenn es um Schnittstellen und Module geht, die für Shopbetreiber hierzulande wichtig sind. Zwar gibt es löblicherweise schon Zahlungsmodule der Firma UOS, mit denen man als deutscher Händler bereits viele Zahlweisen wie Kreditkarte, Lastschrift und giropay anbieten kann, aber für das weit verbreite iPayment liegt bisher nur das Kreditkartenmodul vor. Weitere Anbindungen zu Diensten wie eBay (zusammen mit Afterbuy) oder ERP-Programmen von Anbietern wie Lexware, Sage oder gar SAP sind standardmäßig noch nicht vorhanden und müssen individuell programmiert werden. Last but not least ist die Standardinstallation von Magento für den deutschen Markt noch nicht geeignet, da hier beispielsweise einheitliche Steuer- und Versandkostenangaben sowie Grundpreise fehlen.

Diesen Nachteilen zum Trotz halte ich den Einsatz von Magento jedoch insbesondere dann für empfehlenswert, wenn ein vielschichtiges Produktangebot in verschiedenen Ländern/Sprachen verkauft und dieser Verkauf durch umfangreiche Marketing-Werkzeuge unterstützt werden soll. Immer mehr IT-Dienstleister nehmen Magento in ihr Portfolio auf, und eine aktive Community sorgt darüberhinaus dafür, dass das E-Commerce-Wunderkind aus dem Hause Varien in absehbarer Zeit vollständig auf dem deutschen Markt ankommen wird.

Kommentare

Ein Kommentar zu Magento weiter auf Erfolgskurs

  1. Magento lässt xt:Commerce hinter sich | marchionni.ch am 09.12.2008 um 19:39

    [...] Shopsoftware Magento hat den deutschen Oscommerce-Ableger xtCommerce in Bezug auf Seitenbesucher hinter sich [...]