Quo vadis xtc?

20.10.2008 by Roman Zenner
Abgelegt unter: xt:Commerce 

Man stelle sich einmal vor, wie sich die zig xt:Commerce-Betreiber dort draußen im Netz fühlen. Wahrscheinlich haben viele davon es geschafft, mithilfe eines oder mehrerer (und mehr oder weniger) kompetenten Dienstleister einen funktionsfähigen xt:Commerce-Shop an den Start zu bringen. An den zuweilen rüden Umgangston im offiziellen Supportforum hatte man sich gewöhnt und sich durch Modulzukäufe und individuelle Programmierungen sogar über einige Zusatzfunktionalitäten freuen können. Die Tatsache, dass dafür in den meisten Fällen an den Systemdateien herumgewerkelt werden musste und die automatische Updatefähigkeit damit de facto verlorenging, wurde dabei stillschweigend in Kauf genommen.

Enter Veyton: mit der neuen Version ist die Firma xt:Commerce GmbH in die Offensive gegangen, um all die Kritiker Lügen zu strafen, die in der Vergangenheit negativ über die Kommunikationspolitik der Firma und die Qualität der Software berichtet hatten, und sich mit einem komplett neu erstellten Shopsystem auf dem härter umkämpften eCommerce-Markt zu behaupten. Schon jetzt ist abzusehen, dass dieser Versuch phänomenal gefloppt ist (darüber hatte ich vor einiger Zeit auch schon etwas geschrieben): Bis heute ist mir kein einziger Shop bekannt, der Veyton produktiv einsetzt. Auch eine Demoversion, die man sich online ansehen könnte, um die neuen Funktionalitäten zu testen, ist nicht verfügbar.  Erhellend sind in diesem Zusammenhang auch die Diskussionen im Ecombase-Forum, in denen unter anderem über Installationsprobleme und sehr schleppende Ladezeiten des Systems berichtet wird.

So ist es nur verständlich, wenn Nutzer der Version xtc 3.04 dem neuen System gegenüber skeptisch sind.  Auf Ewigkeit kann es sich aber auch kein Shopinhaber leisten, sein Online-Geschäft mithilfe einer Software zu betreiben, die in Teilen Programmcode enthält, der gut acht Jahre alt ist. Wer würde in den neuen Golf Kardanwellen des Modell T einbauen und damit in Winterurlaub fahren?

Kommentare

13 Kommentare zu Quo vadis xtc?

  1. David am 20.10.2008 um 16:03

    Also im großen und ganzen hast du sehr recht. Nur wüsste ich keinen grund warum sie die probleme nicht in den griff bekommen könnten. Eine demo zu installieren ist ja nicht sehr schwer. Nur was ich nicht verstehe ist warum sie sich so wenig von magento abgeschaut haben, gerade beim marketing und der kommunikation war das für mich eine revolution in der shopsystem-welt. Ob einem das wolfsgeheul bei ecomb gefällt soll jeder für sich entscheiden. Obwohl es ab und an ja amüsant ist. . .

  2. TechDivision am 27.10.2008 um 17:02

    Ich kann mich dem nur voll und ganz anschließen. Wir haben uns mal die Mühe gemacht und Magento mit Veyton verglichen. Ich bin hier etwas vorsichtig und äußere mich nicht im Detail über den neuen “Wurf” von xtc. Es würde mich allerdings nicht sonderlich wundern, wenn sie sich damit selbst “köpfen”. Ein neuer Name und ein paar nette Features auf dem Papier reichen bei der jetzigen Konkurrenz nicht mehr aus, um hier zu beeindrucken. Insofern bleibt abzuwarten wie sich das Ganze entwickelt. Ich jedenfalls sehe da mittlerweile andere Systeme noch weiter vorn als zu Zeiten ohne Veyton.

  3. schmuckgrosshandel am 28.10.2008 um 22:18

    Du sprichst mir als Betreiber eines XTC Shops aus der Seele!

  4. OXID eSales wird Open Source | marchionni.ch am 30.10.2008 um 20:09

    [...] Veyton in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird. Mit dieser Einschätzung bin ich anscheinend nicht alleine. Time will [...]

  5. Markus am 31.10.2008 um 16:42

    Wir haben über Jahre soviel in den XTC reinprogrammiert, bevor wir auf Veyton updaten und alles nochmal machen könnten wir wahrscheinlich gleich selbst eine eigene Shop-Software entwickeln…

  6. Dorma am 03.11.2008 um 17:51

    Auch wenn xtc 3.04 acht Jahre alten Code enthält, finde ich ihn (fast) optimal.

    Wüsste keinen Grund warum wir umstellen sollten.

  7. Hugo Hinkebein am 05.11.2008 um 13:50

    “Auch wenn xtc 3.04 acht Jahre alten Code enthält, finde ich ihn (fast) optimal.”

    Wuuuaaaah!

    Der code von 3.04 ist _grausam_. Schlimmer kann man mit PHP nicht wurschteln. XT:C ist _das_ Paradebeispiel für unsere Lehrlinge, wie man es nicht machen darf.

    Als Shop-Suchender ist man derzeit in der Zwickmühle:
    - Magento: Viele Features, aber elend langsame Bloatware.
    - Oxid: Sehr guter Code, Leistungsfähig, aber lächerliche Doku
    - XT:C: Oft schon viel Erfahrung vorhanden, man kann schnell was bauen, aber weiß, daß es unter der Haube eigentlich Mist ist.
    - Veyton: Indiskutabel
    - FWP-Shop: Schauen wir uns jetzt an.
    - Ganz selber bauen.

  8. collection23 am 05.11.2008 um 19:26

    Bei der Shopwahl sollte man, zumindest als Laie, auch auf den entsprechenden Support achten. Der xt:c eigene soll wohl unterirdisch sein. Aber auf sellerforum.de wird einem meistens prima und kostenlos geholfen.

    Wegen dieser Unterstützung habe ich mich für einen xt:c entschieden, ansonsten wäre es wohl ein FWP geworden.

  9. schorsch am 06.12.2008 um 4:27

    Hab zum glück vor 2 Jahren mit dem os / xt commerce pimpen aufgehört. Mich wundert es das so ein haufen old-school code, um es mal freundlich zu nennen, noch überlebt. Doch leider hapert es bis heute an brauchbaren opensource alternativen.

  10. Dorma am 23.01.2009 um 10:44

    “Wuuuaaaah!
    Der code von 3.04 ist _grausam_. Schlimmer kann man mit PHP nicht wurschteln. XT:C ist _das_ Paradebeispiel für unsere Lehrlinge, wie man es nicht machen darf. ”

    Das ist ein Witz, oder?

    Wen interessierts? Habe noch keinen Kunden erlebt, der im xtc nicht bestellt hat, da der code grausam ist.

    und xtc erfüllt genau unsere bedürfnisse, wenn nicht, wursteln wir halt das rein, was wir brauchen.
    Einzig die Artikeloptionen bei großen Artikelstamm ist unübersichtlich.

    Und für google kenn ich auch keine bessere kostengünstige Lösung.

  11. Mohamed Al-Hakim am 12.01.2010 um 15:32

    Hallo liebe Leute.
    Ich möchte hier meine Erfahrung im Bezug auf XTC 3.04 geben.
    Ich habe damals einen Onlineshop betrieben mit xtc.
    Wieso hab ich mich für xtc entschlossen? weil ich von dem damaligen OsCommerce wegwollte (noch schlimmer programmiert als xtc)
    also rauf mit xtc und angefangen zu probieren
    als erstes fiel mir auf, dass in dem nackten Shop alles fehlt, was man braucht,
    daher habe ich angefangen module zu suchen und einzubauen.
    Es ist für jemand der keine Ahnung hat, nicht besonders einfach sowas einzubauen!
    stehts darauf achten, welche Zeile man überschreibt usw.. solche Hacks find ich sehr mieserabel programmiert.
    dennoch sind wir bei XTC geblieben und haben weiter gemacht.
    Als wir dann mti dem Sortiment gewachsen sind (so ca. 8000 Artikel) da hat die Datenbank nicht mehr mitgemacht. es dauerte minutenlang bis etwas kam, also war danach ein Serverumzug angesagt.
    kurz zusammengefasst: wir haben am ende einen V Server bekommen und unser Shop war immernoch im bezug auf andere Shops sehr langsam.

    Da wir mit EDV Zubehör handeln, benötigten wir für die Pflege der Artikel nur noch fertig Content von DCI.
    DCI Content in XT-Commerce zu integrieren ist wirklich eine Meisterleistung!
    bis auf die IFrame Lösung konnten wir keine adnere herzaubern.
    Der Support von XTC ist wirklich sch***e. Man wird nicht geholfen.
    Ich war früher einer der XTC sehr begeehrt hat und habe mich damals mit den Admins von OXID in deren Forum angelegt und habe blind versucht zu behaupten wie toll XTC ist.
    Inzwischen sag ich nur noch: finger weg! schrott Software!

    Templates immernoch SEHR kompliziert zu erstellen
    viele Tabellen (inzwischen aber schon verbessert)
    viele Kostenlose Module die aber woanders als kostenpflichtige verkauft werden
    Schlechte Anbindungen zu anderen WAwi.
    Kein modularer Aufbau von der Struktur.
    Nur mit Hacks usw, administrierbar. (was aber die späteren Updates leider unmöglich macht!)

    Ihr werdet vieleicht lachen, wenn ich euch sage, dass ich danach auf Smartstore umgestiegen bin.
    ist zwar kein dynamischer, eher ein STatischer ShopSystem,
    aber auf nem Q9550iger zum erstellen der HTML dateien mit knapp 5000 Artikel, brauch ich inzwischen knappe 30 minuten und schon ist das hochgeladen auf dem Server.

    Und außerdem ist Smartstore benutzerfreundlich.
    sogar meine 100jährige blinde Oma kann damit umgehen

  12. DK am 06.02.2010 um 18:50

    Hallo,

    ich arbeite nun seit knapp 7 Monaten mit XTC Veyton und bin eigentlich sehr zufrieden damit. Die Dokumentation ist zwar miserabel und der kostenfreie support im Forum nur teilweise hilfreich, aber direkter Mailkontakt mit dem Helpdesk war bisher eigentlich immer sehr zufriedenstellend.
    Das Pluginsystem ist aus Entwicklersicht sehr flexibel und mächtig. Ebenso das Templatesystem. Ich habe mir neulich mal den osCommerce angeschaut und war schockiert das eine Templatestruktur faktisch nicht vorhanden ist. Mit Magento habe ich leider keinerlei Erfahrung habe aber schon aus mehreren Ecken gehört das der native Funktionsumfang eher schlecht als recht ist und die Erweiterbarkeit ziemlich komplex und Umfangreich ist.
    Leider ist wie oben schon erwähnt die Dokumentation und der Suppport bei XTC Veyton sehr dürftig wodurch die Einarbeitung sehr langwierig ist, wenn man sich dann allerdings mit dem System vertraut gemacht hat dann ist der Shop definitiv ein mächtiges Werkzeug im E-Commerce Segment.

    Grüße aus München

  13. Oliver am 24.02.2010 um 20:46

    Ich setze Veyton auch für einen Kunden ein, allerdings ist das System noch nicht live. Im Vergleich zu xtc ist es natürlich ein riesiger Sprung nach vorne, aber dazu gehört nun wirklich nicht viel.
    Ich finde Veyton nicht so schlecht, nur der Support ist eine Frechheit, die Jungs haben einfach nicht den geringsten Plan von gutem Marketing und Kundenbindung.
    Hätte ich nochmal die Chance, meinem Kunden ein neues System zu empfehlen, würde ich dennoch nicht Veyton erwähnen, sondern nur oxid und Magento.
    Beide Systeme sind Veyton um längen voraus und zudem kostenlos.