OXID PE wird OpenSource
Die (Blog-)Spatzen pfeifen es von allen Dächern und in einschlägigen Foren wird schon angeregt diskutiert: die Professional Edition (PE) von OXID eSales ist ab sofort als Community Edition (CE) unter der GPLv3-Lizenz verfügbar. Der Core dieser Version wird auch zukünftig von OXID gepflegt und weiterentwickelt, im Gegensatz zur kostenpflichtigen PE unterscheiden sich jedoch Support und die Lizensierung der Module und Schnittstellen von Drittanbietern. Nützliche Informationen und Klarstellungen findet man im aktuellen Mission Statement des CEO Roland Fesenmayr. Weiterlesen
Virtueller Schaufensterbummel
![]()
Amazons virtuelle Shopping-Meile hat nun den Beta-Status: Mit seinem Window-Shop (nein, hat nichts mit Microsoft zu tun) bietet der Rundum-Versender seinen Kunden ein Einkaufserlebnis der etwas anderen Art. Anstatt ganz klassisch nach Produkten zu suchen oder sich durch Kategorien zu klicken, können sich Benutzer hier mit den Maustasten kreuz und quer durch Screenshots aktueller Produkte bewegen. Handelt es sich dabei um einen Film, ein Hörbuch oder eine CD, wird dazu noch eine Vorschau abgespielt.
Quo vadis xtc?
Man stelle sich einmal vor, wie sich die zig xt:Commerce-Betreiber dort draußen im Netz fühlen. Wahrscheinlich haben viele davon es geschafft, mithilfe eines oder mehrerer (und mehr oder weniger) kompetenten Dienstleister einen funktionsfähigen xt:Commerce-Shop an den Start zu bringen. An den zuweilen rüden Umgangston im offiziellen Supportforum hatte man sich gewöhnt und sich durch Modulzukäufe und individuelle Programmierungen sogar über einige Zusatzfunktionalitäten freuen können. Die Tatsache, dass dafür in den meisten Fällen an den Systemdateien herumgewerkelt werden musste und die automatische Updatefähigkeit damit de facto verlorenging, wurde dabei stillschweigend in Kauf genommen.
Enter Veyton: mit der neuen Version ist die Firma xt:Commerce GmbH in die Offensive gegangen, um all die Kritiker Lügen zu strafen, die in der Vergangenheit negativ über die Kommunikationspolitik der Firma und die Qualität der Software berichtet hatten, und sich mit einem komplett neu erstellten Shopsystem auf dem härter umkämpften eCommerce-Markt zu behaupten. Schon jetzt ist abzusehen, dass dieser Versuch phänomenal gefloppt ist (darüber hatte ich vor einiger Zeit auch schon etwas geschrieben): Bis heute ist mir kein einziger Shop bekannt, der Veyton produktiv einsetzt. Auch eine Demoversion, die man sich online ansehen könnte, um die neuen Funktionalitäten zu testen, ist nicht verfügbar. Erhellend sind in diesem Zusammenhang auch die Diskussionen im Ecombase-Forum, in denen unter anderem über Installationsprobleme und sehr schleppende Ladezeiten des Systems berichtet wird.
So ist es nur verständlich, wenn Nutzer der Version xtc 3.04 dem neuen System gegenüber skeptisch sind. Auf Ewigkeit kann es sich aber auch kein Shopinhaber leisten, sein Online-Geschäft mithilfe einer Software zu betreiben, die in Teilen Programmcode enthält, der gut acht Jahre alt ist. Wer würde in den neuen Golf Kardanwellen des Modell T einbauen und damit in Winterurlaub fahren?
xt:Commerce Veyton 4.0
Pünktlich vor dem verlängerten Wochenende und innerhalb der selbst gesetzten 30-Tage-Frist hat das Entwicklerteam von xt:Commerce die lang erwartete Enterprise-Version seiner Software gestern abend offiziell veröffentlicht. Unter dem Namen “Veyton” verbirgt sich laut Herstellerangaben ein völlig neu entwickeltes Softwareprodukt, ich hatte vor einiger Zeit schon darüber geschrieben. xt:Commerce 4.0 gibt es in den Ausführungen Basic, Starter, Merchant und Ultimate und kostet ab 179 EUR in der kleinsten Version.
Zu dieser frühen Morgenstunde (ich kann selbst nicht ganz nachvollziehen, warum ich an diesem Feiertag schon so früh am Rechner sitze) fallen mir dazu mehrere Dinge ein. Erstens: Das Rennen mit osCommerce bezüglich Herausgabe einer neue Version ist damit gewonnen, und laut Roadmap von osCommerce braucht diese alte Damen auch noch einige Zeit, um auf den Servern dieser Welt produktiv laufen zu können. Zweitens: xt:Commerce bleibt sich und seiner Kommunikationsstrategie (leider) treu, die Kommentare zur Veröffentlichungs-Mitteilung im offiziellen Blog sind geschlossen – Diskussion scheinbar unerwünscht. Drittens: Wenn man schon eine neue Software vor einem verlängerten Wochenende herausgibt, sodass Interessenten sich viel Zeit nehmen können, eine Demoversion ausgiebig zu testen (wenn das die Strategie war, war das gar nicht ungeschickt), wieso muss man sich vor dem Test registrieren und die Software selbst installieren? Eine Onlinedemo wäre hier allemal geschickter gewesen. So verschenkt xt:Commerce leider von Anfang an viel Marketing-Potential. Viertens: Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler bei der Erstellung des Programmcodes mehr Sorgfalt an den Tag gelegt haben als beim Verfassen der Feature-Liste - hier wimmelt es leider von Fehlern. Das ist wahrlich kein gutes Aushängeschild für ein Unternehmen, das offenbar einen strategischen Richtungswechsel anstrebt und nun in den Markt für kommerzielle eCommerce-Software einsteigen möchte.


