Passende URLs tun Not
Ich hatte mir ja vor einiger Zeit im Zusammenhang mit Liveshopping-Portalen unter anderem ein paar Gedanken zum Thema passende Namen gemacht. Eben habe ich eine Seite gefunden, deren Name und URL so galaktisch vom eigentlichen Inhalt entfernt sind, dass man nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Was verbirgt sich Ihrer Meinung nach hinter der Domain www.notundelend.de? Eine Online-Variante der Telefonseelsorge? Kriegsberichte aus der ganzen Welt? Eine Spendengeld-Kampagne? Mitnichten! Hier handelt es sich schlicht und ergreifend um einen weiteren sinnlosen Webkatalog, dessen Webmaster sich scheinbar für nichts zu schade ist …
xt:Commerce Beta-Test
Ab sofort sucht man bei xt:Commerce 50 Beta-Tester für die neue xt:Commerce Enterprise-Edition. Die Features der neuen Version sind laut xt:Commerce eine eigene API und eine komplett modular aufgebaute Programmstruktur.
www.cooee.ecommerce
Laut eines Berichts des Wall Street Journal hat die Organisation zur Vergabe von Top-Level-Domains (TLDs), ICANN, bei ihrer letzten Sitzung in Paris beschlossen, die Vergabe dieser Domains grundlegend ändern zu wollen. In Zukunft soll es möglich sein, TLDs nahezu beliebig zu registrieren, sodass in Zukunft Endungen wie .ebay, .amazon, .google etc. möglich sein können. Die Kosten für die Einrichtung einer solchen Domain sollen aber nach Angaben der ICANN auf $100.000 bis $500.000 belaufen, sodass voraussichtlich nur größere Firmen und Organisationen von dem neuen Angebot Gebrauch machen werden.
Die neuen Vorschläge werden in der englischsprachigen Blogosphäre kritisch diskutiert. Eine oft gestellte Frage ist, ob diese neuen TLDs tatsächlich von den Nutzern akzeptiert werden. Die Endung “dot com” ist derart verbreitet und in Fleisch und Blut eines jeden Websurfers übergegangen, dass es schwierig sein dürfte, komplett neue Standards zu etablieren. Man denke in diesem Zusammenhang nur an den mäßigen Erfolg der relativ jungen TLDs .info., .mobi oder .travel – würden Internet-User wirklich so etwas wie “auto.bmw” in die Adresszeile des Browsers eingeben?
Auch aus den Lagern der Domain-Massenregistrierer und -Händler gibt es (verständlicherweise) Kritik. Dem aktuellen Wert einer Domain wie sex.com wird es sicherlich nicht gut tun, wenn neue Konkurrenz durch unzählige Variationen der TLD .porn entsteht. An anderen Stellen wird es wesentlich teurer: Man stelle sich einmal den Aufwand vor, der einem Hollywood-Filmstudio entsteht, wenn es neben sämtlichen Schreibweisen des Filmtitels im Domainnamen nun auch die zugehörigen TLDs für Hunderttausende von Dollars registrieren muss -Â also “themaxtrix.com” vs. “movie.thematrix”.
Alles in allem klingt dieser Vorstoß für mich wie eine dieser typisch Sommerlochsideen mit hohem Unterhaltungswert und wenig Sinn – meiner Meinung nach erweist die ICANN der Internetwelt einen Bärendienst.
Weitere Informationen: Ars Technica, ReadWriteWeb, BBC
PS: Barry Schwartz schlägt der SEO-Gemeinde (scherzhaft?) vor, zusammenzulegen und die TLD .seo zu ergattern. Viel Geld für eine TLD, die es wahrscheinlich nie in den Google-Index schaffen wird
Lohnendes Geschäft: Detektive im Netz
Das wird jetzt keine Meldung zum Thema “Franks potentieller neuer Arbeitgeber hat vor dem Bewerbungsgespräch einen Online-Schnüffler angeheuert, und jetzt weiß der Chef alles über Franks Liebe zu aufgelösten Gummibärchen in Billig-Wodka”. Nein, ganz klassische Detekteien liefern sich offensichtlich beim Suchmaschinenmarketing mit AdWords eine regelrechte CPC-Schlacht. Laut einer interessanten Liste, die Sistrix zusammengestellt hat, bietet beispielsweise ein Anbieter für die Keyword-Kombination “detektiv hamburg” knapp 20 Euro als durchschnittlichen CPC-Wert. Dies ist fast doppelt so viel wie Kombis, die man in der Form eher erwartet hätte, wie “private krankenversicherung günstig”.
Neues Widerrufsrecht
Laut Internetrecht-Rostock soll schon bald eine überarbeitete Widerrufsbelehrung Gesetzesrang bekommen, sodass die Rechtsunsicherheit in diesem Bereich endlich der Vergangenheit angehört. Der Text soll unter anderem für Verbraucher verständlicher werden und eine nur noch zweiwöchige Widerrufsfrist bei eBay vorsehen.
Via shopanbieter.de
eBay Live! 2008
Bei Exciting Commerce findet sich eine Zusammenfassung der eBay Live! 2008-Konferenz. Neben einigen Punkten, die ich an dieser Stelle sicherlich noch einmal aufgreifen werde, ging es auch um den Einsatz von PayPal als Zahlungsoption, über die ich vor einigen Tagen etwas geschrieben hatte.
Adwords: Ladezeit als Qualitätsfaktor
Beim Search Engine Roundtable liest man, dass Google bei der Bewertung der Qualität von Adwords-Anzeigen neuerdings auch die Ladezeiten der Zielseite/Landing page zu Grunde legt. Eine zu hohe Bedeutung solle man dem aber nicht beimessen:
To be frank, I believe you need a really slow site to be impacted by the page load time factor. So all this commotion on it, may not be fully warranted.
Paypal-Zwang
Das Auktionshaus eBay bekommt viel Schelte in den letzten Tagen. Spätestens die Tatsache, dass eBay seinen Bezahldienst PayPal immer weiter in den Vordergrund drängt und es nach einem Bericht bei Shopanbieter.de in Australien beispielsweise für Händler neben Barzahlung außer PayPal keine weitere Bezahlmethode geben soll, bringt die Betroffenen auf die Barrikaden. Schon vor einigen Wochen kam es zu Streiks im Zusammenhang mit dem neuen Gebühren- und Bewertungssystem des Auktionshauses. Für viele Powerseller weltweit ist eBay mittlerweile zu einer unverzichtbaren Handelsplattform geworden, zu der es für sie keine Alternative gibt. Die eBay-Gebühren bewegen sich zwar schon für viele an der Schmerzgrenze, dafür besuchen jedoch auch Millionen potentieller Kunden die Plattform täglich; zusätzliche Onlinewerbung erübrigt sich damit.
Ein Anbieter wie eBay, der sich in den letzten Jahren eine derartige Monopolstellung erarbeitet hat, gerät natürlich in das Visier von Wettbewerbshütern. Man erinnere sich beispielsweise an die Prozesse gegen Microsoft wegen der Vermarktung ihres Betriebssystems. In den Jahren 2004 und 2006 wurde die Softwareschmiede aus Redmond von der Europäischen Kommission zu saftigen Strafen verurteilt, weil Microsoft seine Marktmacht ausnutze und Drittanbietern keine Möglichkeit biete, ihre Software an Windows anzubinden. Die spannende Frage ist also im Fall eBay: Soll man mit wettbewerbspolitischen Mitteln versuchen, eBay zu Konditionen zu zwingen, die den Händlern besser schmecken, oder sollten sich diese einfach andere Alternativen suchen, frei nach dem Motto: Mit mir nicht!
Kurzfristig gibt es wenige Alternativen, die Händlern ähnlich hohen wirtschaftlichen Erfolg sichern. Trotzdem ist es sinnvoll, nach anderen Vertriebskanälen Ausschau zu halten, um sich wirtschaftlich nicht zu sehr an einen Anbieter zu binden. Amazon hat beispielsweise in den letzten Monaten konsequent daran gearbeitet, Händlern seine Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Auf dem Amazon Marketplace können Händler neue und gebrauchte Produkte zum Festpreis verkaufen, das Billing erfolgt hierbei über Amazon selbst. Weitaus kleiner, jedoch sicherlich einen Blick wert sind die Portale Yatego und Tradoria, auf denen Händler ebenfalls ihre Produkte einem stetig wachsenden Publikum vorstellen können. “Echte” Online-Auktionshäuser wie hood.de haben zwar ebenfalls nicht die Verbreitung wie eBay, aber auch hier steigt die Zahl der Auktionen und Besucher ständig.
eBay-Händler haben es in der Hand: Sie können weitermachen wie bisher, d.h. sich beklagen, die eBay-Politik tragen und darauf hoffen, dass das Auktionshaus aufgrund von kartellrechtlichen Vorgaben seinen Kurs korrigieren muss, oder sich nach Alternativen umsehen.
Firefox 3
Ich habe vorhin den neuen Firefox 3 installiert, und bisher kann ich sagen: der Fuchs ist wesentlich schneller geworden, die meisten Add-Ons kann ich weiternutzen, und bisher ist er noch nicht abgestürzt. Das ist doch schon mal vielversprechend.
Der Live-Shopping-Hype
Interessiert man sich für moderne und innovative Shopkonzepte, läuft man in einschlägigen Blogs immer wieder dem Thema “Live-Shopping” über den Weg. Auf Handelskraft wurde jüngst ein Ranking von 23 Live-Shopping-Anbietern in Deutschland veröffentlicht. Die Kollegen haben sich viel Mühe gegeben, dem ganzen einen seriös-statistischen Anstrich zu geben, obwohl sich das Sujet meinem Gefühl nach einer ernsthafteren Auseinandersetzung entzieht. Das fängt schon bei den Namen an: Wer kann sich ein Grinsen nicht verkneifen, der einen Review über “weedoo”, “damagi” und “niboki” schreiben möchte? Wieviel vom Investoren-Frühstücksbrötchen landet wieder unzerkaut auf dem Teller (oder wird alternativ über den Tisch geprustet) wenn sich (jetzt einmal hypothetisch) in einer E-Mail das Team von “woogywoo” vorstellt? Und gab es einen Vokal-Rabatt bei der Namensfindung von “guut”, “jaahh” und “ibood”?
So vielfältig und – sorry – schwachsinnig diese Namen auch sind, so einheitlich ist die Geschäftsidee: Man bewirbt ein in der Menge begrenztes aktuelles Produkt für einen begrenztem Zeitraum, liefert so viele Produktinformationen (die teilweise von den Usern geliefert werden) wie möglich und bietet die Artikel zu scheinbar unschlagbaren Zugreif-Preisen an. Das Ganze wird mit grafischer Finesse und interessanten Themen (Mafia-/Verbrecher-Idee bei Schutzgeld, Ziege/Alm bei Preisbock) aufgepeppt. Die Konzepte sind dabei teilweise richtig gut gemacht und bieten per se keinen Grund zur Kritik (ganz im Gegenteil: man würde vielen etablierten “normalen” Shops ein paar Gramm dieser Spritzigkeit wünschen), es geht aber letztlich immer um den Abverkauf von Lagerbeständen.
Diese Sparte hat sicherlich ihre Daseinsberechtigung, und der Erfolg einiger dieser Portale (vor allem der Mutter aller Live-Shops, das amerikanische Woot) gibt den Gründern, Betreibern und Investoren sicherlich Recht. Sie ist bei allem Hype jedoch im besten Falle ein zusätzlicher Verkaufskanal für klassische Vollsortimenter und deren Onlineshops. Mir liegen zwar im Moment keine konkreten Zahlen vor, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Summe des generierten Gewinns durch die 23 vorgestellten Live-Shops marginal im Vergleich zu größeren Onlineshops ist. Natürlich vergleicht man hier Äpfel und Birnen, aber was das Medieninteresse an Live-Shopping angeht scheint hier der Schwanz ausdrucksstark mit dem Hund zu wedeln.
Zum Schluss noch eine These mit angeschlossener Frage: User, die schon einmal bei “weedoo” ihren Freunden “weedots” geschickt haben sind sicherlich bei weiteren zehn anderen Live-Shops angemeldet, schreiben mindestens einmal in der Woche einen Restaurantreview auf “qype”, einen Produktreview auf “ciao” und eine Buchrezension auf “amazon”, haben einen Account bei “facebook” und “studivz”, veröffentlichen ihre Bilder auf “flickr”, verwalten ihre Aufgaben bei “remember the milk”, beschenken sich via “edelight”, drucken ihre T-Shirts bei “spreadshirt” und ordern ihr individuelles Frühstück bei “mymuesli”. Wie viele User hat das Web 2.0 eigentlich?!


