Magento + Quadcore
Erneut hat Varien einen Shop vorgestellt, der auf Magento basiert. Es handelt sich um Stella Lena N.Y., einem jungen deutschen Modelabel, das seine Produkte über ein Magento-System verkauft. Die gute Nachricht: Der Shop ist schick gemacht (das mit der Flash-Applikation zur Präsentation der Produkte ist schönes Eye-Candy) und alles geht erfreulich flott. Die schlechte Nachricht erscheint ganz unten im Beitrag:
Magento is more challenging in programming as expected, especially the performance which was only realized with extensive optimization and the use of a high-capacity server with a quadcore-processor. However, Magento ranks among the top systems on the market and its victory can´t be held back.
Das könnte man – eCommerce-Sommerloch vorausgesetzt – auch so übersetzen: “Es war eine ziemliche Fummelei, das System so zu hinzubekommen, wie wir’s haben wollten, und anstelle der Serverkosten hätten wir auch prima eine neue Verkäuferin einstellen können. Aber alles wird gut!”
Google-SERPs:Probleme mit .info-Domains
Wie mehrere User im Forum von WebMasterWorld berichten, gab es in der letzten Woche auffällige Änderungen bei den von Google indizierten .info-Domains sowie bei Blogs auf blogspot.com. Zwischenzeitlich waren diese Seiten nicht mehr in den Suchergebnissen zu finden. Das Problem hat sich anscheinend jedoch wieder von selbst gelöst und die Ergebnisse normalisieren sich wieder. Trotzdem bleibt natürlich die Frage, wie sehr man sich in Zukunft beim Aufbau eines Linknetzwerks auf Dienste großer Bloghoster wie beispielsweise wordpress.com verlassen sollte und welche TLDs längerfristig die bessere Wahl sind.
Google-Filter
Der SEO-Scientist beschreibt in einem ausführlichen Beitrag die Wirkung von Google-Filtern, die eine Website aufgrund von mehreren Faktoren zeitweise im Ranking verschlechtern können. Ausgangspunkt seiner Analyse war die Tatsache, dass durch bestimmte neu hinzugefügte Keywords und andere On-Page-Maßnahmen für eine bestimmte Website die Ergebnisse der israelischen Version von Google konstant blieben, während das Ranking im amerikanische Index für einige Monate drastisch absackte.
eCommerce-Sommerloch?
In diesem Jahr scheint mit den hohen Temperaturen auch das Informations-Sommerloch besonders früh zu sein. Nach der ganzen Microsoft-Yahoo-Geschichte ist IMHO nichts mehr wirklich Spektaluläres im Bereich eCommerce/Webmarketing geschehen. Hier einige Links, die vielleicht trotzdem interessieren:
Impressumspflichten sollen neu geregelt werden
Datenverlust bei Google Analytics
Ich lese gerade bei SEORoundtable, dass bei GoogleAnalytics scheinbar in der ersten Maiwoche Daten verlorengegangen sind. Wenn man sich dort anmeldet, liest man tatsächlich die Meldung:
Google Analytics experienced a data processing delay from April 30th to May 5th that unfortunately also resulted in a small percentage of lost data. Almost all of the data has been recovered and is currently being reprocessed. The recovered data will be reflected in your reports by 05/15th. Please note that a small percentage of data, particularly in the area of e-commerce tracking, was not recoverable from those dates.
Zurzeit werden also Backups eingespielt und verarbeitet, alle Daten können jedoch nicht wiederhergestellt werden. Weil unzählige Websites sich auf das schicke und kostenlose Analyse-Tool aus dem Hause Google verlassen, stellt sich in dem Zusammenhang die interessante Frage: Wen zieht man zur Rechenschaft, wenn es aufgrund eines technischen Problems bei einer Dienstleistung, die man gratis in Anspruch nimmt, zu Kosten und Verlusten kommt?
Sonderaktionen bei eBay
Seit Neuestem können Shopbetreiber bei eBay ihren Produkten den Status “Sonderaktion” verleihen. Die entsprechenden Angebote werden an diversen Stellen mit einem durchgestrichenen alten Preis markiert. Das Einstellen von Sonderaktionen ist zurzeit noch kostenlos und je nach Abonnements-Stufe (Basis/Top/Premium) in der Anzahl begrenzt. Mehr dazu im eBay-FAQ.
Via shop-und-service
Alpedia.de: Shop auf Magento-Basis
Wie die Firma Varien immer wieder bekräftigt hat, steht die Einführung von Magento in den deutschen Markt und die entsprechenden Anpassungen/Lokalisierungen der Software ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. Das ist angesichts des hiesigen Verbraucherschutzrechts und der wuchernden Abmahneritis nicht weiter verwunderlich: hat man sein Produkt erfolgreich gegen die kritischen Blicke bundesdeutscher Jurisprudenz verteidigt, kann einem weltweit eigentlich nichts mehr passieren.
In diesem Zusammenhang ist auch der letzte Beitrag auf dem offiziellen Magento-Blog zu sehen: Hier wird als erstes Vorzeigeprojekt der deutsche Büroartikel-Shop alpedia.de vorgestellt und der Entwickler dazu interviewed. Erfreulicherweise ist die Produktsuche und das Browsen der Kategorien in diesem Shop bei 18.000 Artikel recht schnell. Einziger Haken: Es dauert immer noch bis zu 30 Sekunden (!!), einen Artikel in den Warenkorb zu legen. Selbst eCommerce-Laien sollten wissen, dass dieser Schritt des virtuellen Einkaufs, der in einschlägigen Controlling-Tools als Messgröße “view-to-add” auftaucht, einer der kritischsten überhaupt ist. Funktioniert diese Aktion nicht in einem vertretbarten Zeitrahmen, werden sicherlich viele potentielle Kunden ihren Kauf abbrechen.
AdWords-Phishing
In letzter Zeit werden verstärkt Emails verschickt, in denen angeblich der Kundenservice von GoogleAdwords die Adressaten auffordert, Kontoinformationen neu einzugeben. Klickt man auf den Link in der Email, kann man das zweifelhafte Vergnügen ausprobieren, einer chinesischen Seite seine Rechnungsdaten anzuvertrauen.
PrestaShop
Gerade bin ich über eine weitere OpenSource eCommerce-Software gestolpert, die in der nächsten Zeit wohl als Produktivversion veröffentlicht wird: PrestaShop. Die werde ich mir dann mal ein wenig genauer anschauen, wenn sie wirklich voll einsatzbereit ist. Nur soviel sei gesagt: die Demo sieht schick aus und ist vor allem flott!!
Via t3n
Ebay-Alternative II: Tradoria
Vor einigen Tagen hatte ich ein paar Zeilen über das Shopping-Portal Yatego geschrieben. In ähnlicher Weise habe ich mir in den letzten Tagen die Plattform Tradoria angeschaut, um einmal zu sehen, inwiefern dieses Projekt eine interessante Alternative zu eBay sein könnte.
Bei Tradoria können Händler einen eigenen Shop einrichten, darüberhinaus werden die Produkte in einem gemeinsamen Produktpool und einem eigenen Affiliate-Programm präsentiert. Bisher sind es rund 500 Händler, die über Tradoria ihre Produkte anbieten.
Eine spannende Frage im Zusammenhang mit dieser Shopping-Plattform ist die der Preisgestaltung. Laut Tradoria bezahlen Händler bis zu einem Bestellwert von € 300,00 eine Transaktionsgebühr von 8,5% des Bruttobestellwerts; dazu kommt noch eine Jahresgebühr von knapp € 200,00. Da Kunden bei Tradoria keine Versandkosten bezahlen müssen, diese also vom Händler letztlich über die Transaktionsgebühr “gesponsored” werden müssen, wirkt sich dies auch auf die einzelne Preisgestaltung aus.
Nehmen wir als Beispiel die Digitalkamera Sony DSC-S 650: Diese wird im Tradoria-Shop für € 126,84 angeboten. Im eigenen, von Tradoria unabhängigen Onlineshop des entsprechenden Onlinehändlers kostet die Kamera hingegen lediglich € 111,00. Addiert man dazu die Versandkosten von € 5,90, bezahlt der Kunde also beim Händler ingesamt € 116,90 und damit in diesem Beispiel genau 8,5% weniger als bei Tradoria. Auch bei anderen Digitalkameras des Hersteller errechnet sich der Tradoria-Preis in ähnlicher Weise.
Tradoria ist sehr übersichtlich aufgebaut und wird seinem Namen als virtuelle Shopping-Mall besonders für Nischenprodukte (“Long Tail” ick hör dir trapsen) mehr als gerecht. Für Kunden ist das Bummeln und Shoppen sicherlich vor dem Hintergrund interessant, dass wie erwähnt keine Versandkosten anfallen und es damit keine versteckten Kosten gibt. Ein weiteres Pro-Argument ist der Treuhandservice von Tradoria, der garantiert, dass die Ware ordnungsgemäß den Besitzer wechselt.
Für Händler macht Tradoria vor allem dann Sinn, wenn noch kein eigener Onlineshop vorhanden ist. Hier können sich Shopbetreiber mit wenigen Klicks einen Shop erstellen, der nicht wie bei eBay irgendwie in das Framework “hineingequetscht” wirkt sondern richtig ansprechend und individuell gestaltet werden kann. So kann man sich ganz auf die Präsentation seiner Produkte konzentrieren und muss sich nicht mehr um das Fulfillment kümmern: dafür sorgen beispielsweise der DHL-Rahmenvertrag, die Zahlungsabwicklung und der Treuhandservice. Vor diesem Hintergrund ist dann auch die jährliche Gebühr durchaus zu verschmerzen.
Eine Entscheidung für Tradoria dürfte auch vor dem Hintergrund interessant sein, dass die Firma kürzlich Venture-Capital-Unterstützung von DuMont Venture und den Samwer-Brüdern bekommen hat und somit für Weiterentwicklungen bestens gerüstet zu sein scheint.




