Facebook ick hör’ dir trapsen
Vielleicht muss man in seinem Feedreader ja nur oft genug einen neuen Beitrag aufgrund einer für einen selbst uninteressanten Überschrift wegklicken, um sich letztlich irgendwann doch mal mit dem jeweiligen Thema zu beschäftigen. Bei mir war dies in den letzten paar Wochen Facebook. Glücklich ver-Xing-t hielt ich eine weitere virtuelle Klüngelplattform für mich selbst für einfach nicht nötig. Bei genauerem Hinsehen habe ich nun festgestellt, dass doch etwas “dran” ist. Mal abgesehen davon, dass ich nach Anlegen meines Kontos direkt schon verschollen geglaubte Uni-Kollegen wiedergefunden habe, ist die Plattform durchaus vor einem geschäftlichen Hintergrund interessant.
Vor einigen Monaten hat Facebook seine F8-API vorgestellt, mit deren Hilfe Entwickler nun ihre eigenen Applikationen in Facebook integrieren und dort quasi huckepack betreiben können. So gibt es neben Spaßapplikationen wie virtuellen Aquarien und digitalen, selbst wachsenden Blumengeschenken auch zahlreiche Beispiele, wie aktiv Produktmarketing betrieben werden kann. Über Modedienste wie Stylefeeder beispielsweise kann man direkt aus Facebook heraus zusammen mit seinen Freunden Onlinekäufe erledigen, über iLike verkündet man seinen Musikgeschmack etc.
Vorhin habe ich mich als Entwickler angemeldet und werde mir nun die Beispiel-Applikationen und Dokumentationen zu Gemüte führen. Vielleicht wird’s ja noch spannender – dazu aber bald sicherlich mehr.
Marketing: xt:Commerce vs. Magento
Bei all dem Hype um Magento wäre es ja schon verwunderlich gewesen, wenn das zurzeit am häufigsten eingesetzte Shopsystem bzw. deren Macher Winger und Zanier nicht nachziehen würden. So gibt es seit einiger Zeit ein hübsch gestaltetes xt:Commerce-Blog, in dem die Entwickler unter anderem einen Ausblick auf die neue Version 3.1 geben. Der xt:Commerce Export-O-Mat beispielsweise ist ein neues Modul, mit dessen Hilfe man Template-basierte .csv- und .xml-Exporte aus dem Shop realisieren kann. Hier lassen sich laut Beitrag nicht nur Produkte exportieren, wie dies bisher der Fall war, sondern auch Bestellungen und Kunden. Die exportierten Dateien können auf dem Server gespeichert oder via Email verschickt werden. Alles in allem sicherlich eine sehr sinnvolle Erweiterung. Ebenfalls spannend sieht der neue Multistore-Manager aus, mit dem sich beliebig viele “Untershops” mit einer einzigen Installation betreiben und verwalten lassen.
Es ist jedenfalls gut zu wissen, dass sich xt:Commerce nicht auf seinen Lorbeeren ausruht sondern die Entwicklung aktiv vorantreibt (beim “Großvater” OSCommerce sieht dies ja leider ein wenig anders aus). Neben allen angekündigten neuen Funktionen bin ich vor allem gespannt, inwiefern sich etwas Grundlegendes am Programmkern ändert. Der bisherige Aufbau von XTC ist – abgesehen vom Templatesystem – noch stark an OSC angelehnt, was das Einspielen und Verwenden von Updates und Plugins nicht wirklich einfacher macht. Ideal wäre meiner Meinung nach eine eher an der Wordpress-Logik angelehnte Variante, in der der Programmkern nicht modifiziert werden muss und damit updatefähig bleibt, während man neue Plugins ganz einfach dazuinstalliert. Dieser Punkt wird von den Magento-Entwicklern als wichtiges Verkaufsargument angeführt – es bleibt abzuwaren, welches System auch hinter den Kulissen aufgeräumter und strukturierter daherkommt.
Magento: Nachtarbeit für pünktlichen Start
In bewährter Manier gewährt Varien der versammelte und ungeduldigen eCommerce-Gemeinde einen weiteren kleinen Blick hinter die Kulissen von Magento eCommerce. Diesmal ist die Startseite des Shops an der Reihe, so wie sie sich zukünftigen Besuchern darstellt.
Insgesamt wirkt die Seite aufgeräumt und ansprechend und im Gegensatz zu anderen bekannten OS-Shopsystemen fallen vor allem die Tag-Cloud und der Produktvergleich ins Auge. (Und, wie jemand in den Blog-Kommentaren bemerkte, es sei auch der erste Shop, der gleichzeitig Elektronik und Damenschuhe verkaufe – ein völlig neues Shopping-Konzept?) Laut Beitrag arbeiten die Entwickler übrigens Tag und Nacht, um den Veröffentlichungstermin “August” noch zu schaffen – selbst wenn es der 31. August wird.
Interessant scheint mir in diesem Zusammenhang auch, dass sich jetzt während des Endspurts eine ganze Reihe deutschsprachiger Blogs des Themas Magento annehmen. Hier eine kleine Auswahl:
Click2Media, Estugo, Weblogs und Wikis, Pixeldreamz
Magento: Kategorie erstellen
In der aktuellen Meldung im Magento-Blog präsentieren die Entwickler einen Sceenshot der Kategorieverwaltung und zeigen, wie eine neue Kategorie angelegt wird.
Neben den üblichen Angaben für eine Kategorie, wie Name, Beschreibung, Meta-Daten, Bild etc. fallen mehrere Dinge ins Auge: Zum einen deutet das Dropdown-Menü im linken Bereich an, dass sich mit der Admin-Area komfortabel mehrere Einzelshops verwalten lassen – dieses Feature ist OSCommerce und xt:Commerce standardmäßig nicht vergönnt. Weiterhin lässt sich für jede Kategorie eine “Landing Page” festlegen. Diese erstellt man vorher im Magento-CMS und verknüpft sie wie gewünscht. Hierbei wird es sogar noch bunter, denn der Webmaster kann pro Kategorie festlegen, ob die Landing Page, die Produktübersicht oder eine Mischung aus beidem angezeigt wird. Die dritte Besonderheit liegt darin, dass eine Kategorie als “Anchor” festgelegt werden kann – dies bestimmt die Anzeige in der sogenannten “layered navigation”:

Insgesamt ein schlüssiges und intuitives Konzept, es bleibt abzuwarten, was die Software in der Praxis leistet und ob sie wirklich Ende August als Beta 1 zum Download bereitsteht. Und auch wenn ich jetzt Gefahr laufe, dass man mir Gras-wachs-hör-Fähigkeiten nachsagt: So richtig glaube ich nicht daran. Im letzten Post liest man etwas von “With the release of the Beta1, Preview version of Magento approaching in the next couple of weeks” – das klingt nicht allzu zuversichtlich. Außerdem wurden kürzlich im zweiten Community Chat (leider eine traurige Veranstaltung, die alles andere war als ein heiß umkämpfter Mega-Event mit Kampf um die paar Chat-Slots) von den Entwicklern so essentielle Fragen zu Benutzerregistrierungen gestellt und diskutiert, dass man eher das Gefühl hatte, sie sind noch in einer recht frühen Konzeptionsphase. Aber wie gesagt, vielleicht höre ich ja wirklich nur das Gras wachsen …
Wordpress als Onlineshop
Relab.ch stellt das Plugin WP eCommerce vor, mit dem sich die beliebte Blog-Software auch als Onlineshop nutzen lassen kann. Laut Autor lassen sich Produktauswahl, Kategorien und Warenkorb problemlos als Widget in die Sidebar integrieren und über einen separaten Tab im Adminbereich verwalten.
Ebay-Relaunch
Die große alte Dame des eCommerce bekommt eine Frischzellenkur: Ebay verkündet einen Relaunch seiner Seite am 4. September 2007. Auf Shop-und-Service findet sich eine detaillierte Beschreibung der Landingpage, auf die man durch Anklicken des letzten Mailings gelangt.
xt:Commerce: Formular mit Captcha
Bei XTC-Shops gibt es eine einfache Anleitung, wie man ein Captcha auch in das Kontaktformular von xt:Commerce einbaut. Besonders für Shops mit hohem Besucher- und Spamaufkommen ist dies sicherlich hilfreich, und es bleibt zu hoffen, dass es dieses Feature auch in die neue XTC 3er-Version schafft.
Produktseiten in Magento
Ein weiteres Appetithäppchen für die stetig wachsende und ungeduldige Magento-Fangemeinde: Varien veröffentlicht mehrere Screenshots der Produktseiten und kommentiert diese auch. Wie nicht anders zu erwarten war, scheinen auch in diesem wichtigen Teil der Software eine ganze Menge Grips und Erfahrung in den Aufbau der Seite gegangen zu sein.
Die wichtigsten Informationen zum Produkt, also Name, Preis, Lieferzeit und Lagerbestand werden an zentraler Stelle dargestellt. Der “In den Warenkorb”-Button ist sehr gut sichtbar angeordnet, an der gleichen Stelle kann man zusätzlich via Textlink das jeweilige Produkt in die Wunschliste oder den Produktvergleich übernehmen. Die Produktbeschreibung lässt sich ohne viel Scrolling noch lesen, erst darunter erscheinen Informationen wie Produktbewertungen.
Ein neues Detail, das es so bisher nicht in xt:Commerce gab, sind die sogenannten “required products”. Hier kann der Shopbetreiber obligatorisches Zusatzmaterial (z.B. ein HDMI-Kabel für einen Beamer, um dem Beispiel auf der Website zu folgen) einblenden und erhält somit neben dem ebenfalls verfügbaren Cross-Selling ein weiteres sinnvolles Strukturierungswerkzeug für seinen Produktkatalog.
Magento und Zend
Auf der Website des Zend-Frameworks findet sich eine aktuelle Fallstudie, die beschreibt, wie und aus welchem Grund Zend für die Magento Commerce-Software eingesetzt wurde.
“We considered Java & Struts, and had many discussions among our team on which technology to use for Magento (our new e-commerce engine), but once we knew Zend was behind the open-source Zend Framework, encapsulating and supporting the features we needed for our large corporate and enterprise clients, we immediately chose Zend Framework. We’re extremely happy with our decision,” said Roy Rubin, CEO at Varien.
Die Studie gibt es als PDF zum Download.
Kleinkredit mit Paypal
Vor einigen Tagen hat PayPal in einer Pressemitteilung seinen neuen Service PayPal Later vorgestellt. Mit diesem Service, den es zunächst nur in den USA geben soll, erhalten Shopbetreiber die Möglichkeit, Kunden Ratenzahlungen anzubieten. Diese “jetzt kaufen später bezahlen”-Variante soll vor allem auf kleinere Warenkörbe von $50 – $1500 zugeschnitten sein. Mehr dazu bei Shop-und-Service.




